Warum eine gute Qualität bei Transkriptionen wichtig ist

Warum eine gute Qualität bei Transkriptionen wichtig ist

Als Transkripteurin bin ich bemüht, alles aufzuschreiben was gesagt wird. Unverständliche Worte, nach denen der Satz keinen Sinn mehr ergibt oder sogar unverständliche Passagen sind ein Ärgernis für mich, aber doch hauptsächlich für Sie, den Auftraggeber. Beim Schreiben erfordert es mehr Zeit, da man sich die Stelle mehrfach anhören muss, um es vielleicht doch zu verstehen. Für Sie selbst erfordert es mehr Nacharbeit, weil Sie sich vielleicht an den Wortlaut erinnern und so die Lücken ausbessern müssen.

Da ich diese Arbeit nun schon lange Zeit mache, möchte ich hier über die häufigsten Fehler, die Ihnen sicher gar nicht als Fehler bewusst sind, bei Interviews sprechen. Für die technischen Voraussetzungen einer guten Interviewqualität verweise ich die anderen Blogartikel von mir. Es sind kleine Dinge, an die man sonst gar nicht denkt, die aber die Qualität des Transkripts erheblich beeinflussen.

Auf die Anzahl der Gesprächsteilnehmer sollte geachtet werden

Bitte geben Sie genau an, wieviel Personen am Interview beteiligt sind. Vergessen Sie dabei nicht, sich selbst mitzuzählen. Das erleichtert die Arbeit ungemein. Denn wenn man in der Hälfte ist und plötzlich eine weitere Stimme auftaucht, dann heißt das, dass man sich den ersten Teil zum Stimmenvergleich noch einmal anhört, um sicherzugehen, dass man diese Person, und sei es nur bei einem kurzen Einwurf, nicht schon einmal überhört hat. Damit geht Zeit verloren.

Bei mehr als vier Personen ist es beim Schreiben sehr vorteilhaft, wenn man zu Beginn eine Sprachprobe für jede Person hat. Und damit meine ich nicht, dass die Person nur ihren Namen nennt. Das wäre zu kurz. Zwei Sätze sollten es schon sein. Das ist für mich beim Schreiben die Vergleichsstimme im weiteren Verlauf, um die Personen richtig zuordnen zu können.

Noch besser kann man die Personen zuordnen, gerade bei Gruppen ab sechs Personen, wenn Sie nicht nur das Gespräch aufzeichnen, sondern das Ganze als Video aufnehmen. Fragen Sie doch bitte Ihre Gesprächspartner, ob das möglich ist. Meist werden die Aufnahmen nach der Auswertung doch sowieso gelöscht und sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Aber es erleichtert mir die Arbeit ungemein, denn ich muss nicht suchen, welcher Person diese Stimme gehört.

Den Gegenüber ausreden lassen

Lassen Sie Ihren Interviewpartner ausreden. Fallen Sie ihm nicht ins Wort. „Na aber…“ können Sie auch noch sagen, wenn er mit seiner Antwort fertig ist. Dazu gehört auch, dass Sie ihm die nötige Zeit zum Nachdenken für die Antwort geben und nicht bereits nach wenigen Sekunden Ihre Frage konkretisieren. Wenn er die Frage nicht verstanden hat, dann wird er das sicherlich sagen. Denn das reißt den Gesprächspartner aus den Gedanken und nimmt wieder Zeit beim Schreiben in Anspruch, da man Zeilenbeginn und Zeitmarke erst wieder löschen muss. Je nach Regel mit der geschrieben werden soll, hat man vielleicht auch die Sekunden der Pause nicht mitgezählt und muss sich auch die Pause noch einmal „anhören“.

Sprechen Sie mit mehreren Personen oder führen Sie eine Gruppendiskussion durch, dann bitten Sie alle Personen, sich gegenseitig ausreden zu lassen und keine Hintergrundgespräche mit dem Sitznachbarn zu führen.

Vermeiden Sie Hörersignale. Mit einem „Mhm“, „ja“ oder „okay“ überdecken Sie zum Teil ein Wort Ihres Gesprächspartners und schon hat man wieder ein „unverständlich“ im Transkript. Ihr Gegenüber weiß, dass Sie ihm zuhören. In einem normalen Gespräch macht man das ja auch nicht.

Störgeräusche sollten vermieden werden

In dem anderen Beitrag wurde bereits erwähnt, dass man auf eine ruhige Umgebung achten soll. Ich möchte noch einmal darauf eingehen. Konzentration ist beim Schreiben von Transkripten die wichtigste Voraussetzung. Wenn Sie aber in einem Café, Lokal oder ähnlichem sitzen, womöglich noch mit laufender Musik im Hintergrund, dann ist es sehr schwer, sich auf das Gespräch zu konzentrieren, weil das Unterbewusstsein vielleicht auf die Musik abschweift und mitsingt. Glauben Sie mir, bei „We will rock you“ macht man eine Pause, bis es vorbei ist. Manchmal sind auch die Gespräche vom Nachbartisch lauter als Ihr Gespräch. Dann überlegt man wieder, ob die Personen zum Interview gehören oder nicht. Schreiende Kinder, lachende Menschen, klapperndes Geschirr, ganz böse zischende Espressomaschinen… damit sind unverständliche Passagen vorprogrammiert. Oder machen Sie die Probe: Nehmen Sie ein Gespräch auf, stellen die Kaffeetasse neben das Aufnahmegerät und rühren Sie um. Sie verstehen nichts mehr, weil es nur noch klirrt. Oder gießen Sie ein sprudelndes Getränk in ein Glas. Das klingt wie ein Wasserfall und die gesprochenen Worte sind weg. Machen Sie am besten eine kurze Pause und dann ist alles wieder schick. Einen ähnlichen Effekt hat ein lautloses Handy, wenn ein Anruf kommt. Zum einen erzeugt es einen Störton in der Aufnahme und zum anderen ist das Vibrationsbrummen wieder lauter als das Gespräch. Bitte unbedingt Flugmodus einschalten oder es wenigstens nicht auf den Tisch legen.

Interviews draußen aufnehmen ist sicherlich schön. Aber auch hier kommt es auf die Umgebung und die Bedingungen an. Wind ist böse, aber Straßenlärm ist fast noch schlimmer.

Aber auch bei einer ruhigen Umgebung gibt es noch ein paar Dinge, die beachtet werden sollten. Eines davon ist raschelndes Papier. Für die Gesprächsteilnehmer ist das nicht schlimm, bei der Aufnahme manchmal ein KO-Kriterium für die gesprochenen Worte. Und wenn Sie mitschreiben, dann bitte nicht auf einem einzelnen Blatt auf dem Tisch. Legen Sie etwas darunter, dann sind die kratzenden Geräusche wenigstens etwas gedämpft.

Fachbegriffe

Noch kurz zum Interview selbst. Sind viele Fachbegriffe oder Namen, zum Beispiel von Personen, Firmen, Produkten oder Programmen vorhanden, die ein Außenstehender nicht kennen kann, dann machen Sie doch bitte eine Liste. Sie müssen die Fachbegriffe nicht erklären. Aber bei manchen Begriffen verzweifelt man schon allein an der Schreibweise. Namen von Firmen erleichtern das Einlesen in ein Thema ungemein. Dann weiß man, worüber man schreibt. Auf Ihren Wunsch kann das alles anonymisiert werden.

Manchmal spielt die Betonung eine wichtige Rolle

Je nach Transkriptionsregeln kann ich Unterschiede in der Lautstärke ausgleichen. Bei den Regeln, wo es auch auf die Betonung der einzelnen Worte ankommt oder eben Lautstärkeunterschiede beim Reden beachtet werden und wo diese markiert werden sollen, da kann ich die Datei so nicht bearbeiten. Dann wären die Unterschiede weg.

Fazit

Fazit: Sie möchten ein gutes Transkript, ich möchte es gern liefern. Aber dazu brauche ich ein wenig Unterstützung!

Bessere Qualität von Audios und Videos

Bessere Qualität von Audios und Videos

Die wichtigsten Tipps für eine gute Audio-Qualität für die Transkription

In der Praxis eines Dienstleisters für Transkription begegnen einem immer wieder typische Fehler, die den Kunden bei der Erstellung ihrer Aufnahmen für die Audio- oder Video-Transkription unterlaufen. Vieles davon lässt sich vermeiden – und das ist nicht nur eine Frage der akustischen Ästhetik, sondern spart bares Geld. Denn je besser die Qualität, desto schneller kann der Transkriptionist arbeiten. Mit diesem ersten Beitrag wollen wir einen regelmäßigen Blog mit sinnvollen Tipps und Informationen erstellen, damit Sie eine gute Audioqualität für Ihr Ausgangsmaterial erhalten. Vertieft haben wir das Thema übrigens auch in einem E-Book, das noch genauer auf die Hintergründe eingeht.

Investieren Sie in ein gutes Mikrofon

Egal, ob es um Video-Transkription oder die Übertragung von Interviews oder Diktaten in Textform geht: Die Tonqualität des Materials ist sehr wichtig. Während die Bildqualität von digitalen Videokameras und Smartphones immer besser wird, ist die gute Audioqualität bei eingebauten Mikrofonen meist die Ausnahme. Wir empfehlen daher, nach Möglichkeit externe Mikrofone zu verwenden, die sich optimal ausrichten und platzieren lassen. Das muss gar nicht teuer sein; brauchbare Kondensatormikrofone gibt es schon für wenig Geld. Bitte achten Sie aber darauf, dass für manche Modelle eine externe Stromeinspeisung (sogenannte Phantomeinspeisung) nötig ist.

Interview transkribieren: Darauf kommt es an

Neben Diktaten, u.a. für medizinische Dokumentationen, sind Interviews für die Audio- und Video-Transkription besonders häufig. Insbesondere bei Interviews kann man viele Fehler schon im Vorfeld vermeiden. Die wichtigsten Tipps:

  • Suchen Sie einen ruhigen Raum für die Aufnahme.
  • Nebengeräusche von Lüftern, Kühlschränken oder Straßenverkehr stören bei der Transkription erheblich.
  • Platzieren Sie Mikrofone bei Diktaten ca. 10-20 cm vom Sprecher entfernt in Kopfhöhe, bei Interviews sind 20-30 cm in Ordnung.
  • Haben Sie kein Stativ, improvisieren Sie. Bücherstapel oder andere schallschluckende Unterlagen sind geeignet.
  • Vibrationen vermeiden: Stoßen Sie nicht an den Tisch, an dem das Mikrofon befestigt ist.
  • Bei Interviews entweder für jeden Gesprächsteilnehmer ein eigenes Mikrofon verwenden oder ein Mikrofon zentral zwischen den Gesprächspartnern platzieren. Ausrichtung im Zweifel immer auf den Interviewpartner.
  • Falls Sie Mikrofone an der Kleidung befestigen: Stoff, Schmuck oder auch lange Haare sollten nicht am Mikro reiben.
  • Überprüfen Sie die Funktion der Geräte und die Aussteuerung der Aufnahmepegel vor Beginn der Aufzeichnung. Zu leise Passagen können später per Software ggf. verbessert werden, zu laute Pegel ruinieren die Aufnahme jedoch nachhaltig.
  • Sind alle technischen Geräte einsatzbereit? Laden Sie Akkus auf und prüfen Sie die Funktionen. Vergewissern Sie sich, dass die Aufzeichnung wirklich gestartet wurde.
  • Falls ein Smartphone eingesetzt wird: Vor der Aufzeichnung in Flugmodus versetzen, um Unterbrechungen durch Benachrichtigungen etc. zu vermeiden. Nutzen Sie eine zuverlässige App, die nicht abstürzt und die Dateien zuverlässig abspeichert. Wenn Sie die Wahl haben, nutzen Sie immer ein professionelles Aufzeichnungsgerät, insbesondere, wenn kein externes Mikrofon zur Verfügung steht.
  • Sprechen Sie laut und deutlich, vermeiden Sie nach Möglichkeit den Einfluss eines Dialekts. Bedenken Sie, dass der Transkriptionist die Inhalte später nicht interpretieren kann.
  • Stellen Sie bei Interviews klare Fragen mit möglichst ausführlichen Antworten, die Missverständnisse beim späteren Anhören ausschließen.
  • Überprüfen Sie die Aufnahme sofort nach Erstellung. Sollte keine gute Audioqualität vorliegen oder die Aufzeichnung fehlerhaft sein, wiederholen Sie sie, solange die Erinnerungen an Fragen und Antworten noch frisch sind. Ist dies (z. B. aus Zeitgründen bei Interviews) nicht möglich, machen Sie sich am besten Gesprächsnotizen, damit fehlende Passagen später ergänzt werden können.

Fazit: Gute Vorbereitung muss sein!

Auch wenn Sie kein Geld in professionelle Ausrüstung investieren können, kann die richtige Vorbereitung eine gute Audioqualität sicherstellen. Günstige Diktiergeräte sind immer besser als die Sprachaufzeichnung per Smartphone, zumal sich externe Mikrofone oft nur mit Adapter anschließen lassen. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, empfehlen wir zudem die Lektüre unseres E-Books zum Thema Audioqualität für Transkriptionen.

Titelbild von BesticonPark |shutterstock