Wie finde ich die Motivation für meine Masterarbeit wieder?

Die Masterarbeit gilt als krönender Abschluss des Masterstudiums. Die Vorfreude ist groß, denn endlich kann man sich auf sein Wunschthema konzentrieren. Aber plötzlich ist das Thema der Masterarbeit gar nicht mehr so spannend, ja eigentlich sehr langweilig. Und es fällt schwer, am Projekt weiterzuarbeiten. Was tun, ist die Frage, denn der Abgabetermin rückt unerbittlich näher. Keine Sorge, oft helfen kleine Dinge, um dich aus dem Motivationstief zu befreien.

Vorbeugend: Arbeitsschritte festlegen

Ein guter Zeit- und Terminplan ist für die Masterarbeit oft schon die halbe Miete. Dieser sollte jedoch nicht, nachdem er erstellt worden ist, in der Schublade verschwinden, sondern präsent sein. So kannst du ihn beispielsweise über Deinem Schreibtisch aufhängen. Damit hast du immer im Blick, was für Deine Masterarbeit zu tun ist. Außerdem kann dich der Plan aus einem Motivationstief herausholen, wenn beispielsweise ein Arbeitsschritt ansteht, der dir aus aktueller Sicht als interessanter erscheint.

Vorbeugend: Belohnungen festlegen

Dass Belohnungen die Motivation fördern, ist nichts Neues, aber sie helfen ungemein. Deshalb solltest du bereits bei der Zeitplanung Deiner Masterarbeit Belohnungen einbauen. Mit welchen Dingen du dich belohnen willst, hängt von dir ab. Du kannst dich jedoch an zwei Strategien orientieren:

  • Belohnungen nach Arbeitsschritten (bzw. Meilensteinen)
  • Belohnungen nach Aufwand

Im ersten Fall richtet sich die Art der Belohnung nach den Arbeitsschritten: Für kleine Schritte gibt es eine kleine Belohnung, für große Schritte und Meilensteine gibt es eine größere Belohnung. Werden die Belohnungen nach Aufwand verteilt, dann richtet sich dies nicht nach der Stundenanzahl, sondern nach den persönlichen Hürden. Denn viele Stolpersteine, die dich am Fortkommen der Masterarbeit hindern, sind dir, wenn du ehrlich bist, bereits vor Beginn des Projekts “Masterarbeit” bekannt. Deshalb freust du dich umso mehr über eine Belohnung, wenn die Hürde überwunden ist.

Im Akutfall: das Gespräch suchen

Ein Motivationstief ist oft mit einem schwierigen Abschnitt der Masterarbeit verbunden. In diesem Fall hilft es, wenn du mit jemanden über Deine Arbeit sprichst. Dabei musst du nicht zwangsläufig mit Deinen Problemen anfangen, sondern erst einmal über Deine Erfolge bzw. Deine ursprüngliche Motivation für das Thema sprechen. Den Verlust Deiner Motivation muss du dabei nicht verschweigen. Denn allein das Sprechen darüber kann dir zu neuer Motivation verhelfen. Außerdem können dir außenstehende auch bei der Lösung eines kniffligen, inhaltlichen Problems helfen.

Den Betreuer kontaktieren

In vielen Ratgebern im Internet zum Thema wird empfohlen, die Betreuerin bzw. den Betreuer zu kontaktieren. Dieser Empfehlung sollte jedoch mit Vorsicht begegnet werden, denn nicht jede/r Betreuerin/Betreuer ist dazu geneigt, dir bei einem Motivationstief zu helfen, wenn dieses nicht auf einem inhaltlichen Problem beruht. Außerdem solltest du bedenken, dass Deine Betreuerin/Dein Betreuer in der Regel über keine psychologische oder pädagogische Ausbildung verfügt. Es kommt hier also auf die Persönlichkeit der Betreuerin / des Betreuers bzw. auf das Vertrauensverhältnis an.

In jedem Fall solltest du den Kontakt inhaltlich begründen. Eine Mail mit dem Inhalt “Mir fehlt gerade die Motivation zum Schreiben.” oder “Ich habe gerade eine Schreibblockade” sind in der Regel ungeeignet.

Im Akutfall: Fenster putzen, Zimmer bzw. Wohnung aufräumen etc.

Tätigkeiten im Haushalt, die sonst sehr ungeliebt sind, erscheinen während dem Projekt “Masterarbeit” oft plötzlich als äußerst spannend. Denn schließlich muss Dieses und Jenes im Haushalt “dringend” erledigt werden, so der Selbstbetrug, um nicht Handy-spielend auf der Couch zu liegen. Ob nun das Putzen der Fenster ein geeignetes Mittel ist, dich aus Deinem Motivationstief zu holen, hängt von dir selbst ab. So helfen Fensterputzen oder andere Tätigkeiten im Haushalt den Einen im Fortkommen, da diese als Ablenkung empfunden werden, während sie bei anderen eher eine Flucht vor der Masterarbeit darstellen, um das Gewissen (Stichwort: Faulenzen) zu beruhigen. Wieder andere benutzen Tätigkeiten im Haushalt dafür, in Ruhe über das Problem, dass dem Fortschreiten der Masterarbeit im Wege steht, nachzudenken.

Fazit

Ein Motivationstief während der Masterarbeit trifft nahezu jeden. Bist du persönlich davon betroffen, nutzt dir dies auf den ersten Blick wenig. Auf den zweiten Blick können diese Erfahrungen jedoch hilfreich sein, da du dir Tipps holen kannst, wie das Tief überwunden werden kann. Vorbeugend solltest du versuchen, dich selbst zu überlisten, etwa durch das Vermerken von Belohnungen im Zeitplan. Rührt der Motivationsverlust von einem inhaltlichen Problem bei Deiner Masterarbeit, dann solltest du diesen mit Deiner Betreuerin bzw. Deinem Betreuer besprechen, damit sich der Knoten im Kopf lösen kann.

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